Sonntag, 25. September 2011

24. September 2011, 420


24. September, 奈良市 Nara nach 大阪市 Osaka

Alex wird in Tibet von einem Baufahrzeug überfahren. Er ist tot.

Um 8:30 räumen wir das Zimmer und rechnen noch einmal aus, ob ein Tagespass sich lohnen würde. Da es aber nur Zwei-oder Drei-Tagespässe geben würde, lohnt es sich nicht. In Osaka Namba holt Gunda weitere zwei Kartons in dem Department-Store, wo die Radverkäuferin sie schon erkennt. Zwei letzte gibt es. Mehr nicht. Mehr brauchen wir hoffentlich auch nicht. Im Gegensatz zum letzten Besuch vor einer Woche (ist wirklich erst eine Woche her?) ist es viel kühler und das Licht ist herbstlich geworden. Wir schleppen alles in die Jugendherberge, sortieren unsere Sachen und müssen dann die Räder für den Flug vorbereiten. Die Pedale lassen sich nicht lösen. Also fahren wir zum nächsten Radladen, der uns sechs Euro abknöpft. Wir schieben zurück. Wolfgang holt die Kartons, Gunda schleppt die Räder zum Zug hinauf. Als wir mit den Kartons, der Tasche mit dem Werkzeug und den Rädern – ohne Pedale und ohne Sattel – durch die Schranke gehen und Wolfgang anfängt, das Zeug auf den Bahnsteig runter zu schleppen, kommt der Chef der Zugstation und erklärt, dass Räder nicht mitgenommen werden dürfen. Gunda erklärt, dass Räder auf der einzigen Zufahrtstraße zum Flughafen auch nicht erlaubt sind und daher nur der Zug bleibt. Das geht eine Weile hin und her, aber an diesem Punkt ist Japan doch recht verlässlich: irgendwann gibt er auf und wir fahren. Der Zug ist irre voll. Viele helfen uns aber, halten die Kartons, die auf dem Boden rutschen, halten die Tasche, nehmen einen anderen Ausgang oder wurschteln sich an uns vorbei. Helfen beim Aussteigen. Das tut gut, denn mit den zwei Rädern, der Tasche und den Radkartons in einer gut schaukeligen Fahrt haben wir alle Hände voll zu tun. Am Flughafen selber ist es unproblematisch, wir sind einfach Fluggäste. Wir finden Alex und fangen mit dem Verpacken an. Die Räder können wir nicht verlässlich wiegen, wir müssen sie auf das Hinterrad stellen und halten. Das Gewicht ist zu hoch und so bauen wir ab, was wir abbauen können: Sattel, vordere Gepäckträger, Lenkstange, Getränkehalter, Fahrradständer. Es gibt wunderbare Radkartons, nur leider von einer anderen Airline (Delta). Also verpacken wir die Räder in die Kartons, je vier Stück pro Rad und leider viel zu klein und zudem ja auseinandergeschnitten. So schauen die Räder raus. Kommentar auf dem Zettel: „not well packed bicycles“. Alex und Gunda gehen zum Einchecken. Die Räder werden von Männern in blütend weißen Hemden auf die Waage gehievt: Zusammen 39kg. So ein Mist. Also sind wir 8kg drüber und zahlen 600 Euro. Nun hoffen wir, dass die Räder wenigstens gut ankommen. Wir nehmen die Einzelteile und die Sachen von Alex wieder mit, schleppen alles in die Jugendherberge, in der wir vorausschauend schon ein Abendessen eingekauft hatten. Auf dem Weg zur Jugendherberge stellen wir wieder fest, wie schön diese ist. Sie ist nicht in der direkten Achse des Zuweges gebaut, sondern leicht schräg und erscheint daher eher wie ein Schiff, das durch dichte Bäume und Palmen gesehen wird. Das Bad ist bis 24:00 offen und der Essensraum auch. So können wir essen (Gunda nicht so) und noch baden.