Dienstag, 4. Oktober 2011

2. Oktober 2011, 428


2. Oktober, Flüren bis Köln-Poll, 124,6km, 15679,6 Gesamtkm

Der Morgen beschert dichten Nebel. Genauergesagt, es besteht keinerlei Durchblick. Keine fünf Meter. Wir bauen unser platschnasses Zelt ab und fahren in die Brühe hinein. Es dauert zwei Stunden, bis die Sonne es geschafft hat und es wird warm. Wir kommen gut voran, der Niederrhein lässt langsam nach und wir nähern uns in großen Schritten dem Ruhrgebiet. Bis Duisburg (mit Dehnungs-i, [ˈdyːsbʊɐ̯k]?/i, regional [ˈdyːsbʊə̯ç] bis [ˈdʏːsbʊʀə̆ɕ]) sind wir richtig flott, da schauen wir zum ersten Mal auf die Karte Auch Düsseldorf finden wir ohne Schwierigkeiten. Dann verlässt es uns. Erst die B8, auf der wir bisher so flott gefahren sind, dann die Radbeschilderung. Leider auch das gute Essen. Wir landen in einem Biergarten im Norden, Wolfgang folgt magisch der bayrischen Fahne. Das Essen ist aber sehr mittelmäßig und die Leute um uns herum eher schlecht gelaunt. Das wird zum Glück besser. Man darf ja nicht meinen, dass es in Düsseldorf eine Radbeschilderung nach Köln gäbe. Weit gefehlt. Wir irren herum, gerne auch im Kreis. Als wir nach zwei Stunden immer noch erst 10km südlich von Düsseldorf sind, bekommen wir langsam die Krise. Wir fahren gen Hilden, schauen wieder auf eine Karte (wir haben keine dabei), stellen fest, dass das auch eine Möglichkeit ist. Die B8 kehrt zurück, aber ist wohl für uns gesperrt. Auf jeden Fall sind die Autos sehr schnell. Es ist eine weitere B8 ausgeschrieben, also nehmen wir diese (wir sind da ja recht flexibel) und dann haben uns die Radschilder wieder – nicht, dass wir sie schmerzhaft vermisst hätten. Nun nähern wir uns wirklich Köln, es ist inzwischen auch fast dunkel. Vom Marathon bekommen wir nichts mehr mit, die Straßensperrungen bestehen zwar noch und vor allem gibt es eine Menge Stau und eine Menge Glasscherben auf den Straßen und den Radwegen. Wir fallen um 20:30 beim Campingplatz ein, sind ziemlich erschlagen nach 125 km!